16 Sep

Mittendrin-einfach schön

Mittendrin – am 13.09.2017 in Hönow.
Eine sehr schöne Vernissage und Lesung – die Premieren haben geklappt, Christian und ich waren wieder mal ein gutes Team und das Wichtigste ist, es macht uns Spaß!
Für mich gab es dort sehr berührende Begegnungen und Gespräche.
Danke an alle, die dabei waren. Noch bis zum 8.11.2017 ist die Ausstellung zu sehen. Jeden Mittwoch von 14-17 Uhr. Wer außerhalb dieser Zeit mal schauen möchte, erreicht mich hier.

Fotos: Brigitte Winkler

12 Sep

13.09.2017, 18 Uhr

Es ist „angerichtet“, die Bilder hängen, Texte stehen, heute noch mal geprobt.

Die Vorfreude ist groß, das Kribbeln wieder da…

Kommt vorbei!

Hönower Bauernhof der Mittendrin in Berlin gGmbH, Dorfstraße 41, 15366 Hoppegarten, OT Hönow

09 Sep

Mittendrin – das Fundbüro

Zum letzten Mal öffnet das „Fundbüro der Träume“ seine Tür.

Am Mittwoch, den 13.09.2017 um 18 Uhr gibt es die Vernissage –

Acrylbilder und Collagen, alte und neue Arbeiten

sowie eine Lesung –

Christian Facius und ich lesen eigene Texte –und wir haben zwei  Premieren dabei!

Wo? im Saal des Hönower Bauernhofes, Dorfstraße 31, 15366 Hoppegarten OT Hönow
MITTENDRIN in Brandenburg gGmbH

Zu erreichen u.a. mit der U5 oder dem Bus 943 oder  A 10 – L 33 – L 339.

Wir laden herzlich dazu ein!
Der Eintritt ist frei.
Wem es gefallen hat, darf gern einen „Austritt“ zahlen.
Die Ausstellung ist bis zum 08.11.2017 jeden Mittwoch zwischen 14 und 17 Uhr zu sehen bzw. nach Absprache auch an anderen Tagen. Sie erreichen mich hier.

31 Aug

Geburt eines Textes – acht für 08

Der letzte August-Tag ist gekommen und ich veröffentliche den achten Text für 08. Ich hoffe, Sie hatten/du hattest Freude beim Lesen.

Die Geburt eines Textes

Da war es wieder. Ein Windhauch, der mich streifte?

Ein Stich, als hätte mich eine Wespe erwischt, die nun ihr süßes Gift verteilt.

Es drückt und wühlt und brennt, lässt mich nicht schlafen. Etwas gerät in Bewegung.

Eine Befruchtung.

Ein zartes Küken, winzig noch. Ich spüre, wie es täglich wächst. Spüre, wie es sich aus allen Zellen meines Körpers seine Kraft zieht, so lange, bis ihm seine zweite Haut zu eng wird. Es drängt und schiebt und pocht und gibt erst Ruhe, bis ich die Tür öffne, einen Spalt nur.

Eine Geburt.

Ungeduldig zappelt es, will hinaus und gesehen werden, doch fürchte ich, dass es noch zu zerbrechlich ist und angreifbar. Darum halte ich es fest, das Kleine, Unbefleckte – mit meinem Sinn und meinen Händen streiche ich über die Haut, untersuche jede einzelne Feder. Unermüdlich.

Ein Abschied.

Wenn der Tag dann gekommen ist, trage ich es zum Wasser, setze es sanft auf und wünsche ihm eine gute Reise.

Auf dass es ein schöner Schwan wird…

Foto und Text: Astrid Reimann

29 Aug

Von Patchwork zu „Quak“

Noch bis Freitag können Sie in der „Kiste“ die wirklich sehr erfolgreiche Ausstellung von Christiane Mees  sehen.
Am Samstag bereits wechseln sowohl Arbeiten als auch Künstlerin –
Antje Püpke stellt unter dem Titel „Allet Quak hier!“ ihre Cartoons aus, auf die ich schon sehr gespannt bin.

Vernissage ist am Sonntag, 3.9. um 17 Uhr im Kino Kiste,
Heidenauer Straße 10, 12627 Berlin-Hellersdorf.
Der Eintritt ist frei.

 

 

 

28 Aug

Sehnsucht – sieben für 08

Wie ein ungebetener Gast
hat sie sich eingenistet bei mir,
belauert mich,
stielt mir den Atem.

Die Zeiger der Uhr werden
zu Taktstöcken
der klagenden Melodie
des Wartens.

Erst als du wieder bei mir bist,
sehe ich an deinen Narben,
dass das Sehnen auch bei dir
gewohnt hat.

Dann  nimmst du still meine Hand
und deckst uns zu
mit einer Decke aus Erinnerungen.

Und die Sehnsucht

fliegt davon.

Foto und Text: Astrid Reimann

 

 

25 Aug

Der späte Kuss – sechs für 08

Seine Hände legten sich um ihr Gesicht.

Mit zittrigen Fingern berührte er ihre

Sommersprossen,

als wollte er sie zählen.

Ein erstes Mal.

Ein letztes Mal.

 

Er strich ihr eine Haarsträhne

hinter das Ohr

Und ein Lächeln umspielte

seinen harten Mund

für einen Moment.

 

Er liebkoste ihre Hände,

unermüdlich bewegten sich seine Finger

auf ihrer Haut, als wollte er

seinen Namen dort eingravieren.

 

Zaghaft ertastete er ihren Mund –

zusammengepresste, blasse Lippen,

die er gern mit einem Kuss geöffnet hätte.

Ein erstes Mal.

Ein letztes Mal.

 

Sie hatte sich oft gewünscht,

er möge sie berühren,

sie küssen,

ihre Hände liebkosen.

Er hatte sie nie geküsst.

 

Als seine Hände dann still

In ihren ruhten,

küsste sie seine Augen zu und

ihre Lippen legten sich auf seinen Mund

zu einem ersten Kuss.

Zu einem letzten Kuss.

22 Aug

Die Träumerin-fünf für 08

Die Träumerin

 

Ich sitze in der ersten Reihe von zehn. Näher ran an die Bühne geht nicht.

„The Spirit“ werden gleich spielen, die Band, die seit drei Monaten in unserem Nachbarschaftshaus probt. Ein Konzert in kleinem Rahmen als Dankeschön für uns Ehrenamtliche.

 

Bereits der erste Song zieht mich in seinen Bann und –

der Sänger und Gitarrist. Er ist mindestens zwei Meter groß, trägt ein rotes Bandana um seine zum Zopf gebundenen schwarzen Haare. Steht ihm gut.

Wie er lacht. Wie er beim Singen lacht. Das geht ins Herz.  Er schaut mich direkt an.

Ich sitze in der ersten Reihe und in diesem Moment verliebe ich mich.

 

Und ich habe diesen Jungen bei mir, Kevin, den Sohn einer Bekannten, der Gitarre spielt und fragen will, ob er mal zu einer Probe kommen kann.

Ja, wir würden ihn fragen, den Gitarristen mit den großen Händen, ich würde ihn fragen. Und selbstlos würde ich Kevin natürlich dann zur Probe begleiten. Meine Gedanken gleiten davon.

Und der Sänger lächelt mich an. Das kann doch kein Zufall sein.

 

Meine Freundin Ines kommt wie immer zu spät. Geräuschvoll lässt sie sich auf den Platz links neben mir fallen, den ich ihr freigehalten habe. Dann klingelt auch noch ihr Handy. Ich werfe ihr einen bösen Blick zu.

Bedauerlicherweise muss sie gleich nach dem Konzert wieder los. Ich bin nicht böse darum, denn sie ist, na ja sie sieht halt viel besser aus als ich und traut sich mehr.

 

Nach der letzten Zugabe stehe ich also mit klopfendem Herzen und dem Jungen an meiner Seite vor dem Gitarristen. Kevin spielt etwas vor. In entwickle tiefe Muttergefühle.

Ja, er kann zu einer Probe kommen. Wir dürfen kommen.

Mein rechtes Ohrläppchen glüht, wie es das immer tut, wenn ich aufgeregt bin. Was für ein Tag! Ein Hoch auf die Schmetterlinge und Flugzeuge und roten Ohren!

 

Am Mittwoch nach dem Konzert bin ich mit meiner Freundin im Café „Sorglos“ verabredet. Ob ich es ihr erzähle? Morgen ist die Probe und ich kann an nichts anderes mehr denken.

Die Schmetterlinge sind vom Bauch hoch in meinen Hals geflogen und kitzeln meine Zunge – ich muss das loswerden.

Doch als ich gerade den Mund öffne, platzt  Ines heraus:

„Ich muss dir unbedingt was sagen.“ Sie strahlt wie ein…

„Mich hat es erwischt wie schon lange nicht mehr!“

 

Es würde also werden wie immer, wir erzählen uns gegenseitig unsere neuesten Liebesabenteuer und wenn wir uns nach einer gewissen Zeit erneut treffen, trösten wir einander, weil es wohl wieder einmal der Falsche war.

 

Also frage ich nicht besonders neugierig: „Und, wer ist es?“

 

„Na der Sänger! Von Freitag. Von dem Konzert! Sein Lachen hat mich völlig wahnsinnig gemacht. Wenn ich nur daran denke. Er hat doch die ganze Zeit zu mir rübergeschaut. Das muss dir doch aufgefallen sein? –

Hallo! Hörst du mir überhaupt zu?“ fragt sie, weil ich nicht gleich antworte. Antworten kann, weil meine Schmetterlinge gerade gestorben sind.

 

„Mir?“ sage ich schließlich nach gefühlten drei Stunden. „Nein, is mir nicht aufgefallen. Ich war wohl mit meinen Gedanken woanders.“

 

„Ach du, meine liebe Träumerin!“ sagt meine Freundin und streichelt meine Hand.

Ja ich Träumerin…

19 Aug

Das Boot – vier für 08

deine worte von liebe
erschrecken mich-
sei besser still

deine nähe
verunsichert mich –
lasse mir luft

und doch
will ich sie hören,
deine Worte
und doch
will ich sie spüren,
deine nähe

das boot meiner kleinen welt
leckt
kann ich mich freischwimmen
von dir, mit dir

ich bin ein schlechter schwimmer

du kommst
um mich zu retten
doch
das Boot erweist sich als zu eng
für uns beide
und
ich springe

Foto und Text: Astrid Reimann

 

14 Aug

Gedanken am Meer-drei für 08

morgens wäscht das meer die wunden mir

meiner nächtlichen träume und

ruft mir zu: lass dich auf mich ein

 

nimmt mich einfach in sich auf

ohne zu fragen wer ich bin,

die wellen spielen mit mir,

bis ich den halt verliere

 

kopf unter wasser

wer ist der stärkere

 

am abend kühlt das meer mein

erhitztes herz

der wind nimmt meine gedanken

mit zu den wolken

er flüstert mir ein geheimnis zu

und wir drei werden Freunde

 

über uns treiben meine

wolkengedanken-

das gestern segelt dahin

das morgen versteckt sich

hinter dem mond –

alles scheint zeitlos

 

nur am strand

der sand unter

meinen füßen

das ist jetzt

 

hier bin ich

 

stark

 

 

Foto und Text: Astrid Reimann